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Hoch- und niedermolekulare Hyaluronsäure, Hyaluronan und NAG – eine Übersicht

 

Hyaluronsäure ist ein Polysaccharid, das aus den Grundeinheiten D-Glucuronsäure und N-Acetyl-D-glucosamin (NAG) besteht, die kettenförmig miteinander verbunden sind. Hyaluronsäure gehört zur Gruppe der Glycosaminoglycane und wird daher auch als Hyaluronan bezeichnet.

Hyaluronsäure-Qualitäten

Hyaluronan-Ketten können je nach Durchlaufen der Produktions- und Aufbereitungsprozesse, die in der Regel biotechnologisch erfolgen, unterschiedlich lang sein. Daher spricht man auch von hoch- und niedermolekularer Hyaluronsäure (HA):

  • Hochmolekulare HA besitzt beispielsweise eine mittlere molare Masse (M) von 2.000.000 Dalton. Zum Vergleich Wasser: M = 18.
  • Niedermolekulare HA hat eine mittlere molare Masse von etwa 20.000 bis 50.000 Dalton

Die molaren Massen sind allerdings für die zu erwartenden HA-Eigenschaften nur wenig aussagekräftig, wenn ihre Größenverteilung nicht bekannt ist. Denn die Mittelwerte setzen sich naturgemäß aus kleineren und größeren Molekülen zusammen. Dementsprechend können die Größenverteilungen ein ausgeprägtes Maximum haben oder mehr oder weniger flach sein.

Studien

Bedauerlicherweise wurde den Größenverteilungen der eingesetzten Hyaluronsäuren in den meisten wissenschaftlichen Veröffentlichungen keine Beachtung geschenkt. So wird beispielsweise aus den Wirkungen niedermolekularer Hyaluronsäuren gefolgert, dass sie die Hautbarriere durchdringen können. Das ist jedoch nach den Gesetzen der Physik nicht möglich.

Darüber hinaus wurde in Studien nicht untersucht, ob insbesondere niedermolekulare HA-Qualitäten nach der Applikation durch die Mikroflora (Mikrobiom) der Haut in noch kleinere Einheiten bis hin zu D-Glucuronsäure und N-Acetyl-D-glucosamin (NAG) zerlegt werden.

Richtig ist, dass niedermolekulare HA bei flacher Größenverteilung kleine Moleküle bis hin zu den oben genannten Grundeinheiten, D-Glucuronsäure (M = 194) und N-Acetyl-D-glucosamin (M = 221), enthält. Sie verhalten sich völlig anders als die polymeren Hyaluronsäuren und können insbesondere bei Verwendung penetrationsverstärkender Liposomen die Hautbarriere problemlos durchdringen.

Hyaluronan-NAG Liposomen

Nach der Passage der Hautbarriere wird N-Acetyl-D-glucosamin (NAG) zu einem Hyaluronsäure-Substrat, d. h. die HA-Synthese wird intradermal angeregt. Was liegt näher als Hyaluronsäure-Applikationen durch die Kombination von hochmolekularer HA mit liposomalem NAG zu optimieren? Dieses Prinzip wurde im Präparat Hyaluronan-NAG Liposomen realisiert:

  • Hochmolekulares Hyaluronan bildet extradermal einen durchlässigen Film, der Feuchtigkeit bindet und durch Wasserstoffbrückenbindung mit dem Keratin der Haut faltenreduzierend und aufpolsternd wirkt.
  • Liposomales NAG regt intradermal die Hyaluronsäure-Bildung an und unterstützt damit den vom Alter abhängigen Turgor des Bindegewebes.

Weitere Bestandteile: D-Panthenol (Provitamin B5) erleichtert zusätzlich zu den Liposomen die Passage von NAG durch die Hautbarriere und wirkt gleichzeitig regenerativ – unter anderem durch Anregung der Epithelisierung. Barriere-affine Ceramide und Sebum-verwandte Lipide erzeugen darüber hinaus einen nachhaltigen Pflege-Effekt.
 
Weiterführende Literatur

  • Uitterlinden EJ, Koevoet JLM, Verkoelen CF, Bierma-Zeinstra SMA, Jahr H, Weinans H, Verhaar JAN, and van Osch GJVM, Glucosamine increases hyaluronic acid production in human osteoarthritic synovium explants, BMC Musculoskelet Disord. 2008(9),120
  • Sayo T, Sakai S, Inoue S, Synergistic effect of N-acetylglucosamine and retinoids on hyaluronan production in human keratinocytes, Skin Pharmacol Physiol. 2004,17(2), 77-83
  • Hyaluronsäure – ein legendärer Wirkstoff, Kosmetische Praxis 2008 (4), 16-18
  • Hyaluronsäure & Polysaccharide – für Hautfeuchte und gegen Falten, medical Beauty Forum 2018 (6), 15-18

Dr. Hans Lautenschläger



 
 
 
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Revision: 27.11.2020