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  "Ich vertrage das Produkt nicht" - Einfluss von Arzneimitteln auf Haut und Hautpflege
 

Institute und Praxen werden immer wieder mit plötzlichen oder chronischen Hautreaktionen konfrontiert. In der Regel steht dann die verwendete Hautpflege im Verdacht. Häufig zu Unrecht, denn es gibt viele andere Faktoren, die hier eine Rolle spielen - zum Beispiel Arzneimittel.

 

Die Aufregung ist groß - eine gute Kundin erscheint mit roten Flecken an Hals und Rücken im Institut: "Ich vertrage Ihre Produkte nicht mehr!" Hat der Hersteller die Zusammensetzung geändert? Nein, hat er nicht. Aber die Kundin benutzt aufgrund von Verspannungen an der Halswirbelsäule eine Rheumasalbe mit dem Wirkstoff 2-Butoxyethylnicotinat, ein Nicotinsäureester. Hier kann es - selbst wenn die Salbe bereits vor ein bis zwei Wochen abgesetzt wurde - immer zu spontanen Rötungen kommen, insbesondere wenn warm geduscht oder penetrationsverstärkende Kosmetika benutzt werden. Stress - man kommt im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwitzen - löst den gleichen Effekt aus, wenn der Kreislauf auf Hochtouren läuft und die Durchblutung der Haut angekurbelt wird.
Natürlich ist die Anwendung der Salbe in dem beschriebenen Fall schon längst aus dem Bewusstsein der Kundin verschwunden. Fragt man aber gezielt nach, findet man die Ursache des Problems vermutlich schnell; außerdem ist diese Arzneimittelnebenwirkung völlig harmlos. Andere Fälle sind nicht ganz so offensichtlich. Denn neben den pharmazeutischen Wirkstoffen und ihren Abbauprodukten, den sogenannten Metaboliten spielen auch Hilfsstoffe wie Konservierungsmittel, ätherische Ölkomponenten und photosensibilisierende Effekte eine Rolle. Ein interessantes Beispiel ist Dithranol (Cignolin), das von Schuppenflechte (Psoriasis) befallene Haut heilt und auf gesunder Haut wochenlange Irritationen (Cignolin-Dermatitis) verursachen kann.
Man schätzt, dass ca. 5% der Hauterkrankungen auf Arzneimitteleinflüsse zurückzuführen sind. Dementsprechend sind ältere Menschen stärker betroffen, da sie nicht selten gleich mehrere Arzneimittel einnehmen. Man unterscheidet Immunsystem-abhängige und -unabhängige Reaktionen; letztere kommen wesentlich häufiger vor. Manchmal sind auch Grunddispositionen für Hautkrankheiten vorhanden, die erst durch Medikamente aktiviert werden. Dies trifft z. B. für Betablocker, Antibiotika, lithiumhaltige Psychopharmaka und Antidepressiva, Goldsalze, Antimalariamittel sowie nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAID) zu, die Psoriasis provozieren können. In anderen Fällen ändert sich durch den Einfluss der Arzneimittel die Hautbeschaffenheit und aggressive äußerliche Fremdstoffe können leichter die Hautbarriere passieren; Glucocorticoide lassen bei längerem Gebrauch die Haut atrophieren, begünstigen Teleangiektasien, Steroidakne, periorale Dermatitis, verstärkten Haarwuchs (Hypertrichose) und Dehnungsstreifen. Urtikaria (Nesselsucht) kann durch nichtallergische Histaminfreisetzung bei Röntgenkontrastmitteln und NSAIDs auftreten. Im Einzelnen kann man sich in der Roten Liste (Verlag: Rote Liste Service GmbH. Frankfurt am Main) kundig machen. Hier sind u.a. zu jedem pharmazeutischen Wirkstoff die Nebenwirkungen nachzulesen. Die Rote Liste wird jedes Jahr aktualisiert.
Einige Arzneistoffgruppen sind für eine hohe Zahl von Hautreaktionen bekannt. Dies hängt zum Teil mit ihrer besonders häufigen Verwendung zusammen. Denn dann sind die eher sehr seltenen Reaktionen zu beobachten. Zu den Gruppen gehören beispielsweise:

Ätherische Öle

Sie werden als Wirk- und Hilfsstoffe verwendet. Anis-, Fenchel-, Eukalyptus-, Fichtennadel-, Kiefernnadel-, Wacholderbeer-, Thymian-, Terpentin-, Zitronen-, Pfefferminz-, Spik- (Lavendel), Nelken- sowie Zedernholzöl und Menthol können individuell irritierende, sensibilisierende oder photosensibilisierende Komponenten enthalten. Entsprechende Stoffe wie etwa Geraniol oder Limonen werden abweichend von den INCI-Richtlinien der Kosmetika nicht immer deklariert.

Aknetherapeutika

Retinoide wie Tretinoin (Vitamin A-Säure) können Erytheme (entzündliche Hautrötungen), Cheilitis (Lippenentzündung), Haarausfall und Pruritis (Juckreiz) bewirken.
Benzoylperoxid: Hier sind als häufigste Nebenwirkungen Hautreizungen und trockene Haut verzeichnet.

Analgetika, Antirheumatika

Entzündungshemmer, NSAID, NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika): Vertreter sind Pyrazolone (zum Beispiel Phenylbutazon) und Arylessigsäurederivate  (zum Beispiel Diclofenac). Sie können allgemein Überempfindlichkeiten in Form von Exanthemen ("die Haut blüht") und selten das Stevens-Johnson-Syndrom (s.u.) verursachen. Acetylsalicylsäure ("Aspirin"), das gerne bei Kopfschmerz genommen wird, gehört auch in diese Gruppe; Nebenwirkungen sind Erytheme, Urtikaria und in Einzelfällen das Erythema exsudativum multiforme (s.u.).
Rheumasalben: Nicotinsäureester (Flush, Hautrötungen).
Goldsalze: Exantheme, Haarausfall, Chrysosis (Ablagerung von Goldpartikeln). Goldsalze werden nur selten angewandt.

Antibiotika

Sulfonamide: Erytheme, Exantheme, Stevens-Johnson-Syndrom. Prominenter Vertreter ist Cotrimoxazol, eine Kombination aus Sulfmethoxazol (Sulfonamid) und Trimethoprim (Pyrimidinverbindung).
Gyrasehemmer (z. B. Ciprofloxacin): Juckreiz, Petechien (kleinste punktförmige Kapillarblutungen), Erytheme, Stevens-Johnson-Syndrom.
Nitroimidazole (z. B. Metronidazol): Exantheme, Juckreiz.
Penicilline (z. B. Ampicillin): "Ampicillin-Exanthem".
Aminoglycoside (z. B. Neomycin B, synonym Framycetin): Kontaktdermatitis, Urtikaria.
Makrolide (z. B. Azithromycin): Erytheme, Urtikaria, Stevens-Johnson-Syndrom.
Tetracycline: Überempfindlichkeitsreaktionen.
Griseofulvin (Antimykotikum): Stevens-Johnson-Syndrom.
Nach längerer Anwendung von Antibiotika können Resistenzen entstehen und die Haut wird anfällig gegen Pilzinfektionen.

Antiepileptika

Carbamacetin zeigt allergische Hautreaktionen in Form von Erythemen, Pruritis, Urtikaria, Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom.
Phenytoin (Diphenylhydantoin): In seltenen Fällen Stevens-Johnson-Syndrom sowie toxische epidermale Nekrolyse (TEN; siehe unten).
Guaifenesin: Hautausschlag, Pruritis.

Antihistaminika

bei Überempfindlichkeit Exantheme und Urtikaria. Selten: Stevens-Johnson-Syndrom (z. B. Ketotifen).

Antihypertonika (Blutdrucksenker), Koronartherapeutika

ACE-Hemmer: Angioödeme (Gefäßödeme: Hautschwellungen), Exantheme, Psoriasis.
Betarezeptorenblocker: Auslösung von Psoriasis, Verschlechterung der Psoriasis.
Kalziumantagonisten (Diltiazem, Verapamil): Flush.
Nifedipin: Flush, Erytheme, häufig Erythromelalgie (schmerzhafte, hyperämische Rötung und Anschwellen der Haut).

Antikoagulantien

Überdosierungen von Heparin und Cumarinen können Angioödeme und Petechien in Haut und Schleimhaut erzeugen. Ein Effekt, den man verstärkt bei der Nassrasur beobachten kann, wenn Heparin auf langen Reisen zur Thromboseprophylaxe gespritzt wird.

Antimalariamittel

Chinin: Exantheme; Chinidin: Überempfindlichkeitsreaktionen, Urtikaria, Hautrötungen; Chloroquin: Pigmentstörungen, Gelbverfärbung der Haut.

Zytostatika

Mitosehemmstoffe (Hemmung der Zellkernteilung): Vinca-Alkaloide (z. B. Vincristin) wirken toxisch und erzeugen Haarausfall.
Alkylierende Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid): toxische Wirkung, Haarausfall, Erytheme.
Zytostatische Antibiotika: Haarausfall, Dermatitis (z. B. Doxorubicin). Zytostatika können Hyperpigmentierungen auslösen.
Folsäureantagonisten (z. B. Methotrexat): können Exantheme, Erytheme, häufig auch Juckreiz und Reaktionen an Injektionsstellen bewirken.
Pyrimidin-Antagonisten (z. B. Fluorouracil): Photosensibilisierung, Hyperpigmentierung.

Diuretika

Thiazidderivate (z. B. Hydrochlorothiazid): Hautrötungen, Urtikaria, Photosensibilität.
Schleifendiuretika (z. B. Furosemid): Exantheme.

Expektorantien (Schleimlöser)

Acetylcystein kann Angioödeme, Juckreiz, Urtikaria auslösen. Ätherische Öle (siehe oben) werden auch als Expektorantien eingesetzt.

Glucocorticoide

Die Haut wird nach längerem Gebrauch empfindlich und neigt zur Atrophie. Teleangiektasien werden begünstigt, Steroidakne, periorale Dermatitis, verstärkter Haarwuchs (Hypertrichose) und Dehnungsstreifen beobachtet. Die Erhöhung der Hautdurchlässigkeit erleichtert Allergien auf Fremdstoffe und das Eindringen von Mikroorganismen.

Hormonpräparate, Kontrazeptiva

Diese Medikamente können Akne und Chloasmen (gelblich braune Flecken) auslösen; Östrogene: Porphyria cutanea tarda (siehe unten).

Immunstimulantien

Interferone können Herpes labialis, Exantheme, Hauttrockenheit, Haarausfall verursachen.

Lipidsenker

allergische Hautreaktionen (z. B. Bezafibrat).

Lokalanästhetika

Zum Beispiel etwa Lidocain, Procain lösen Überempfindlichkeitsreaktionen, Urtikaria, Kontaktdermatitis mit Erythem oder Pruritis aus.

Narkotika

Bei Barbituraten und Thiobarbituraten allergische Hautreaktionen, Porphyria cutanea tarda und Überempfindlichkeitsreaktionen.

Pflanzenextrakte

Wie bei Extrakten, die in der Kosmetik verwendet werden, kann es individuell zu Unverträglichkeiten kommen. Von Arnikablüten-Extrakten sind z. B. kontaktallergische Hautreaktionen mit ödematöser Bläschenbildung bekannt.

Psychopharmaka

Neuroleptika: Phenothiazine können Exantheme, Photosensibilisierung und Hyperpigmentierung sowie allergische Hautreaktionen auslösen.
Antidepressiva: Schuppenflechte (Lithiumsalze), Lichtüberempfindlichkeit der Haut (Johanniskraut).

Röntgenkontrastmittel

Angioödeme, Urtikaria.

Thyreostatika

Mittel gegen Schilddrüsenüberfunktion: Exantheme bei Thiouracilen.

Urikostatika

Mittel gegen Gicht: Exantheme (Allopurinol).

Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Viele der genannten Wirkstoffe werden bei mehreren medizinischen Indikationen eingesetzt. Die Angaben zu den Nebenwirkungen sind als Anhaltspunkte zu werten.

Arzneimittel-Hilfsstoffe

Unter den Arzneimittel-Hilfsstoffen, die hauptsächlich Hautallergien oder Irritationen auslösen können, sind die folgenden erwähnenswert:
Antioxidantien: Butylhydroxyanisol (E 320), Butylhydroxytoluol (E 321).
Aromastoffe, Geruchstoffe: werden als solche im Beipackzettel genannt. Konkrete Einzelbestandteile wie z. B. Vanille, Bergamotteöl, werden nur manchmal angegeben.
Benzalkoniumchlorid: Wirkstoff in Antiseptika und verbreiteter Hilfsstoff in Ophthalmika (Augenpräparate).
Benzylalkohol: verbreiteter Konservierungsstoff in wässrigen oder wässrig-alkoholischen oralen und topischen Arzneipräparaten.
Dibutylphthalat: ist noch in vielen Arzneipräparaten enthalten. In Kosmetika ist es mittlerweile verboten worden (siehe Kosmetikverordnung).
Dichlorbenzylalkohol: Antiseptikum.
Farbstoffe: Hier fallen vor allem viele Azofarbstoffe auf: Tartrazin (E102), Gelborange S (E 110),  Azorubin (E 122), Amaranth (E123), Cochenillerot A (E 124), Allurarot AC (E 129), Brillantschwarz (E 151), Litholrubin BK (E 180). Andere relevante synthetische Farbstoffe sind: Erythrosin (E127, jodhaltig), Chinolingelb (E 104; in den USA für Lebensmittel verboten), Patentblau V (E 131), Indigocarmin (E 132) und Brillantblau (E 133).
Formaldehyd und Formaldehydabspalter: Zu ihnen gehören Methenamin  (E 239, synonym mit Urotropin), Bishydroxymethylharnstoff, Tetrahydrotetrakishydroxymethylimidazoimidazoldion. Sie sind Bestandteile von Desinfektionsmitteln.
Parabene: werden als Konservierungsstoffe in oralen und topischen wässrigen oder wässrig-alkoholischen Arzneipräparaten genutzt. Butyl-, Ethyl-, Isobutyl-, Methyl-, Propyl-4-hydroxybenzoat sind häufige Inhaltsstoffe von Antiseptika.
Phenole: 2-Phenylphenol ("Orthophenylphenol", E 231): dient zur Flächen- und Wäsche-Desinfektion. Phenol, Metacresol, Triclosan (5-Chlor-2-(2,4-dichlorphenoxy)-phenol) sind in Desinfektionsmitteln für Hände und Oberflächen enthalten.
Phenoxyethanol: dient als Hilfsstoff in Mundspülungen, Antiseptika, in Harnstoff-Salben und bei der Flächendesinfektion. Es ist Bestandteil von Ophthalmika.
Thioharnstoff: ist ein inzwischen seltener Hilfsstoff in Desinfektionsmitteln (Flächendesinfektion). Er gilt als krebserregend und fruchtschädigend.

Nebenwirkungen

Einige der wichtigsten Fachbegriffe betr. der Nebenwirkungen von Arzneimitteln auf die Haut im Überblick:

  • Alopezie: Haarausfall
  • Angioödem: Hautschwellung durch Ödembildung in den Gefäßen
  • Cheilitis: Lippenentzündung
  • Chloasmen: gelblich-braune Flecken
  • Hypertrichose: verstärkter Haarwuchs
  • Erythem: entzündliche Hautrötung, ähnlich einem Sonnenbrand
  • Exanthem: Effloreszenzen auf größeren Hautarealen ("Aufblühen")
  • Flush: temporäre, auf starker Durchblutung beruhende Hautrötung, meist mit Hitzegefühl verbunden
  • Erythromelalgie: schmerzhafte, hyperämische Rötung und Anschwellung der Haut
  • Petechie: kleinste punktförmige Kapillarblutungen
  • Porphyria cutanea tarda: Störung des Porphyrin-Stoffwechsels kann sich durch Pigmentstörungen und Blasenbildung äußern.
  • Pruritis: Juckreiz
  • Urtikaria: Nesselsucht

Als sogenannte schwere Hautreaktionen auf Arzneimittel gelten:
Stevens-Johnson-Syndrom (SJS): schmerzhafte Blasen, Erosionen und Effloreszenzen der Körperoberfläche mit Beteiligung der Schleimhäute (weniger als 10% der Hautoberfläche).
Erythema exsudativum multiforme majus (EEMM): Blasen und Erosionen, rosettenförmige Erytheme (Kokarden) auf  der Körperoberfläche, vorwiegend im Hand- und Fußbereich (weniger als 10% der Hautoberfläche).
Toxische epidermale Nekrolyse (TEN): Blasen und Erosionen bei gleichzeitigem Vorliegen von Erythemen und Flecken, die zusammenwachsen können. Mehr als 30% der Hautoberfläche ist betroffen.

Daneben gibt es eine Reihe von Übergangsformen. Auslöser für diese selten vorkommenden Hautreaktionen können beispielsweise Antibiotika (z. B. Cotrimoxazol), Antiepileptika (z. B. Phenytoin) und Pyrazolone (siehe NSAID) sein.

Die Angaben über die Nebenwirkungen gehen je nach Quelle (Rote Liste, dermatologische und pharmazeutische Standardwerke, Originalveröffentlichungen) und deren Erscheinungsjahr auseinander. Rückblickend haben sich auch die Definitionen und Beschreibungen der Nebenwirkungen immer wieder verändert. Dies trifft vor allem für die schweren Hautreaktionen zu.
Wenn pauschal eine Gruppe von Wirkstoffen zitiert wurde, können einzelne Vertreter dieser Gruppe unterschiedlich ausgeprägte oder möglicherweise keine Nebenwirkungen haben. Nicht aufgeführt sind Nebenwirkungen, die an weitere Rahmenbedingungen geknüpft sind. Z. B. beeinflusst Rauchen den Abbau von Arzneimitteln in der Leber. Dies kann Auswirkungen auf das Hautbild haben. Darüber hinaus können Wechselwirkungen zwischen mehreren Arzneimitteln zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Nicht berücksichtigt wurden auch Impfstoffe und deren Hilfsstoffe. Weiter ist daran zu denken, dass sich kleine Mengen an Hilfsstoffen summieren, da sie z. B. wie die Azofarbstoffe auch im Lebensmittel-Bereich eingesetzt werden. Die Kosmetikinstitute sind daher wie die dermatologischen Praxen mit angeschlossener Hautpflege gut beraten, sich von ihren Kunden möglichst viele Einzelheiten betr. Arzneimittel und Ernährung berichten zu lassen.
Wie eingangs erwähnt, spielen die Grunddispositionen der einzelnen Menschen und spezielle Rahmenbedingungen, z. B. Umwelt und krankheitsbedingte Vorschädigungen oder auch Schlankheitskuren, eine entscheidende Rolle dabei, ob Arzneimittel zu Nebenwirkungen führen. Z. B. werden Überempfindlichkeiten unterschiedlichen Schweregrades durch Cotrimoxazol häufiger bei HIV-Infektionen beobachtet.
Die meisten Menschen vertragen Arzneimittel reaktionslos. Daher soll die vorliegende Zusammenfassung keine Ängste erzeugen, sondern eine Hilfe in der Praxis sein, wenn es mal wieder heißt: Ich vertrage die Kosmetik nicht.

Dr. Hans Lautenschläger

 
Bitte beachten Sie: Die Publikation stellt den Wissensstand zum Zeitpunkt des Erscheinens der Fachzeitschrift dar.

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© Copyright Kosmetik Konzept KOKO GmbH & Co.KG, Leichlingen, www.dermaviduals.de
Revision: 19.11.2011
 
 
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veröffentlicht in
Kosmetische Praxis
2009 (2), 11-14

 
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