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  Augenpflege - neue Wirkstoffe gegen Fältchen
 

Die empfindliche Haut rund ums Auge verlangt nach guter Basispflege und bestverträglichen Wirkstoffen, die Mimikfältchen, Augenringe und nachlassende Spannkraft ausgleichen.

 

Der Blickkontakt ist im alltäglichen Miteinander wohl die wichtigste Art der Kommunikation. Daher nimmt die Augenpflege bei der kosmetischen Behandlung der Gesichtshaut auch eine zentrale Stellung ein. Eine frische und glatte Haut rund um das Auge, und das auf Dauer, macht einen wichtigen Teil der Attraktivität eines Menschen aus. Erste Fältchen und deren weitere Entwicklung fallen im Augenbereich ganz besonders auf. Umgekehrt wird dort die Wirksamkeit eines guten Präparates stärker als woanders sichtbar. Neben den Mimikfältchen treten häufig Unreinheiten um das Auge auf. Weitere Störfaktoren sind schuppende Haut, Komedonen, Milien (Grießkörner), Augenringe und nachlassende Spannkraft an den Lidern und unter den Augen.

Schädliche Einflüsse

Gerade das Auge wird aber, abgesehen von der natürlichen Alterung durch psychische Faktoren, Länge des Schlafes, lange und anstrengende Bildschirmarbeit, starke Sonneneinwirkung und vor allem durch unausgewogene Ernährung und überflüssige Giftstoffe wie Nikotin wesentlich beeinflusst. Diese negativen Faktoren wiegen in der Regel stärker, als dass sie durch eine kosmetische Behandlung und beste Wirkstoffe auch nur annähernd ausgeglichen werden können. Dementsprechend ist es bei keiner Hautpartie so wichtig, auf Prävention zu achten und schädliche Einflüsse auszuschließen. Diese Punkte sollten während einer kosmetischen Behandlung immer wieder angesprochen werden.
Die Haut um die Augen ist besonders beweglich, weich, durchlässig und empfindlich. Runzeln entstehen leicht durch verloren gegangene Elastizität und Austrocknung. In diesem Zusammenhang ist noch einmal auf die Ernährungsgewohnheiten hinzuweisen: Ein Defizit im Wasserhaushalt macht sich hier optisch sofort bemerkbar. Umgekehrt erreicht man mit Feuchtigkeitsmasken eine rasche Verbesserung, die aber nicht von Dauer sein kann, wenn die endogene Feuchte fehlt.
Es ist eine Binsenweisheit, dass nicht jede Kosmetik für das Auge geeignet ist. Empfindlich sind vor allem auch die Augenschleimhäute. Bereits geringe physikalische und chemische Kontakte mit Staubkörnchen, Dämpfen wie Chlor im Schwimmbad, Zwiebeln in der Küche oder Lösungsmitteln sowie Aerosolen machen sich durch Reizungen, Tränenfluss und Rötungen bemerkbar.

Nicht alles ist verträglich

Auf manche Inhaltsstoffe wie z. B. einige Konservierungsmittel und Duftstoffe kann das Auge empfindlich reagieren. Auch kriechende Öle, z. B. Isopropylmyristat (IPM), die das Spreiten (Verteilbarkeit) von Emulsionen verbessern, sind in Augenpflegeprodukten kontraproduktiv. Gleiches gilt für ätherische Öle und höhere Konzentrationen von Alkohol (> 10%). Da die Augenschleimhäute eine isotonische Umgebung haben, reagieren sie auf hypertonische Einflüsse. Wenn die Wasserphase bei O/W-Emulsionen größere Mengen wasserlöslicher Stoffe enthält, sollten die Cremes sparsam verwendet werden.
Bei sensibler Haut muss mit Reaktionen wie Rötung und Tränenfluss gerechnet werden, wenn man zu nah an den Schleimhautbereich kommt. Dies gilt im Übrigen auch für manche Emulgatoren: sie können sich durch ein beißendes Gefühl bemerkbar machen. Ihre häufig in Duschcremes und Shampoos verwendeten tensidischen Verwandten sind dafür besonders bekannt. Der Gesetzgeber hat daher in der europäischen Kosmetikrichtlinie und in medizinischen Produkten einige Substanzen zur Anwendung am Auge verboten oder nur mit Warnhinweis zugelassen, so z. B. die Konservierungsmittel Silberchlorid und Benzalkoniumchlorid. Das vorhandene bzw. fehlende Reizpotenzial von Kosmetikinhaltsstoffen wird in den bei den Herstellern vorliegenden Sicherheitsdatenblättern der einzelnen Inhaltsstoffe dokumentiert.
Die (Reiz-)Daten sind häufig mit Schwellenkonzentrationen verbunden, die in den fertigen Kosmetikprodukten in der Regel immer unterschritten werden. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass auf der Haut durch das Verdunsten des Wasseranteils der Produkte von vielfach 50% und mehr - bei Gelen können ohne weiteres auch 90% erreicht werden - eine erhebliche Aufkonzentration einzelner Stoffe erfolgt. Wegen der höheren Empfindlichkeit der Augenpartie kann dabei die Reizschwelle überschritten werden.
Die Haut rund um das Auge benötigt sowohl eine Basispflege als auch Wirkstoffe. Während die Basispflege Defizite der Haut hinsichtlich der Fettstoffe, Barrierestoffe (Ceramide & Co.) und NMF (Natural Moisturizing Factor) ausgleicht, unterscheidet man bei den Wirkstoffen zwei Gruppen. Die erste Gruppe sind Langzeitwirkstoffe, die präventiv auf Dauer das Hautbild verbessern und verhindern, dass es sich altersbedingt wesentlich verschlechtert. Die zweite Gruppe sind die Effektwirkstoffe, die sehr schnell wirken und nach deren Abbau oder Entfernung (Hautreinigung) der alte Zustand wieder hergestellt ist.

Anforderungen an die Basispflege

Wirkstoffe und deren Transportsysteme machen immer viel Furore, da man mit ihnen werblich eine gute Geschichte verknüpfen kann. Sie wechseln allerdings bis auf einige Dauerbrenner recht rasch, normalerweise in einem 3-Jahresrhythmus. Dagegen führen die Basispflege-Präparate von jeher ein Schattendasein. Nicht zuletzt die Arbeiten zur Korneotherapie von A. Kligman haben aber gezeigt, dass sie mindestens ebenso wichtig sind wie die Wirkstoffe. Die Korneotherapie konnte beweisen, dass sogar klinische Effekte bei Problemhäuten möglich sind, wie sie nur von Pharmazeutika bekannt sind, wobei die Nebenwirkungsrate gleich Null ist. Neueste dermatologische Studien zu den so genannten Derma Membran Strukturen (DMS), bei denen es sich um emulgatorfreie Grundlagen handelt, zeichnen ein ähnliches Bild. Zusammen mit den entsprechenden wasserfreien Varianten (Oleogele) sind sie hervorragend für die präventive Langzeitpflege am Auge geeignet.

Nützliche Helfer bei Augenproblemen

Feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe wie z. B. Aloe Vera, Alge, Gurke, D-Panthenol, Aminosäuren stellen die Hauptgruppe in der Augenpflege dar. Manche dieser Wirkstoffe sind wahre Multitalente: Aloe wirkt zusätzlich entzündungshemmend, Alge antimikrobiell, Gurke straffend, D-Panthenol auf die Zellneubildung bei Entzündungen. Bewährt sind nach wie vor Öle wie Avocadoöl, Traubenkernöl, Nachtkerzenöl, Weizenkeimöl. Neben den Fettstoffen versorgen sie die Haut mit Phytosterinen, welche die Barrierefunktion stärken, und essenziellen Fettsäuren, die zum Teil entzündungshemmend wirken (Gamma-Linolensäure im Nachtkerzenöl), sowie mit Vitaminen (Avocado, Weizenkeim). Öle sind in reiner Form immer dann geeignet, wenn die Haut so empfindlich ist, dass Wasserphasen nicht vertragen werden. Die Vitamine A, E, C in Kombination mit Panthenol sind gut für Masken im Augenbereich geeignet.
Relativ neu in der Augenpflege ist Vitamin K, das vor allem gefäßstabilisierend wirkt. Glättende Wirkungen lassen sich mit Phytohormonen z. B. aus Soja oder Rotklee erreichen. Die Collagensynthese und die Zellneubildung werden angeregt, der Collagenabbau verlangsamt. Bei Verhornungsstörungen, unter anderem auch Akne, eignet sich linolsäurereiches Phosphatidylcholin. Dies gilt auch für Komedonen und die Prävention von Milien. Bei Barrierestörungen sind die Phytosterine der Sheabutter (siehe auch Avocadoöl) nützlich. Gegen entzündliche Barrierestörungen kann zusätzlich auch ein lipidlöslicher Weihrauchextrakt eingesetzt werden, der das Enzym 5-Lipoxygenase hemmt.
Peelings rund um das Auge sollte man zweckmäßig in Form von Enzymen (Ananas, Papaya) durchführen. Bei Creme-Masken ist eine Vorbehandlung mit einem panthenolhaltigen Gesichtstonic zu empfehlen. Dabei wird die Haut durchlässig gemacht für die darauf folgende Wirkstoffbehandlung.
Die Effektivität bei Wirkstoffen steigt mit Liposomen (wasserlösliche Wirkstoffe) und Nanopartikeln (fettlösliche Wirkstoffe). Liposomen sind für normale bis fettige Haut sehr gut geeignet, da sich damit Hautunreinheiten gut behandeln lassen. Auch bei fettarmer Haut sind sie einsetzbar; in diesem Fall ist ein NMF-Faktor zweckmäßig und die Haut sollte mit einer Basiscreme geschlossen werden, um den TEWL auf das normale Maß abzusenken.
Bei erhärtenden Masken kann man ähnlich anbieten, indem man zuerst Wirkstoff, dann Basiscreme und darüber die Maske aufträgt und nach ca. 20 Minuten entfernt. Insbesondere mit Vitamin K, liposomalem NMF und Spirulina-Masken erreicht man hier gute hydratisierende Effekte.

Dr. Hans Lautenschläger

 
Bitte beachten Sie: Die Publikation stellt den Wissensstand zum Zeitpunkt des Erscheinens der Fachzeitschrift dar.

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© Copyright Kosmetik Konzept KOKO GmbH & Co.KG, Leichlingen, www.dermaviduals.de
Revision: 01.03.2016
 
 
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veröffentlicht in
Kosmetik International
2006 (5), 61-63

 
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