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  Nutzen von lamellaren Präparaten in der Hautpflege, im Hautschutz und in der dermatologischen Therapie
 
Vortrag auf der 17. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie (GD) in Mainz am 23.3.2013

 

Lamellare Cremegrundlagen lassen sich aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrer physikalischen Eigenschaften sowohl zur Hautpflege als auch zum Hautschutz verwenden1,2,3. Sie werden von den Berufsgenossenschaften im gewerblichen Hautschutz vor allem beim Umgang mit wechselnden Arbeitsstoffen4 und in der Rekonvaleszenz empfohlen; Schutz und Regeneration werden mittlerweile gleichrangig eingestuft5,6.
Aufgrund der Verwandtschaft lamellarer Cremes mit den lamellaren Strukturen von Liposomen und Nanodispersionen auf der Basis von Phospholipiden7 ist ein stufenloser Übergang vom Hautschutz zur Wirkstoff-dominierten Hautpflege möglich8. In der Hautpflege kann man darüber hinaus gezielt eine Öffnung der Hautbarriere für Wirkstoffe erreichen - gefolgt von der Wiederherstellung der Barriere, ohne dass kontraproduktive, okklusive Situationen entstehen. Diese Technik ist vor allem bei professionellen Behandlungen von Bedeutung9.
Aus dem - im Vergleich zu typischen O/W-Emulsionen - geringen Auswascheffekt lamellarer Cremegrundlagen resultiert insbesondere bei Problemhäuten eine weitgehende Erhaltung der hauteigenen Barrierestruktur mit ihrem charakteristischen Aufbau. Daher lassen sich vor allem Barrierestörungen gut behandeln10. Soweit es sich um eine unterstützende Prävention handelt, können individuelle kosmetische Formulierungen in der Apotheke unter Beachtung der Kosmetikverordnung (KVO) hergestellt werden11,12,13. Bei dermatologischen Rezepturen14,15,16, ist gemäß Apothekenbetriebsordnung insbesondere auf die Definition von Hilfsstoffen (Cremebasen) und pharmazeutischen Wirkstoffen zu achten17,18. Eine Reihe von Wirkstoffen wird sowohl dermatologisch als auch kosmetisch genutzt19; in diesen Fällen ist die jeweilige gesetzeskonforme Auslobung zu berücksichtigen.
Topische Behandlungen lassen sich modular durch individuelle Rezepturen oder alternativ durch die Anwendung von lamellaren Fertigpräparaten realisieren. Im Vordergrund stehen Präparate zur Pflege bei Barriere-, Verhornungs- und Bindegewebsstörungen sowie zum Sonnenschutz. Der Übergang von der dermatologischen Therapie zur kosmetischen Prävention ist leicht zu vollziehen.
Die indikationsbezogene Gegenüberstellung kosmetischer und dermatologischer Rezepturen zeigt, dass viele Hautstörungen durch eine geeignete Hautpflege behoben werden können20,21,22. Die Freisetzung von Wirkstoffen aus lamellaren Präparaten ist charakteristisch: Bei Liposomen mit polaren Wirkstoffen wie Azelainsäure können hohe Initialdosierungen vermieden werden. Vitamin-A-Derivate aus phospholipidischen Nanodispersionen zeigen schon bei niedrigen Konzentrationen typische Vitamin-A-Säure-Effekte23. Bei Cremegrundlagen werden Depot-Effekte beobachtet, die zeitabhängige Dosisreduzierungen ermöglichen24.
Die gegenwärtige Studienlage lamellarer Formulierungen wird zusammengefasst25 - mit dem Hinweis auf ein themenbezogenes Symposium im Mai 201326.

Quellen:

  1. Lautenschläger H, Albrecht M, Bohn M, Weisser M, Wasserhaltige Hautschutzpräparate zur Prävention von Hautschäden, DE 19857492 (14.12.98) (Lautenschläger, Kuhs GmbH)
  2. Lautenschläger H, Universelle Basiscremes mit Membran-Struktur für Hautpflege, Hautschutz und Dermatika, Österreichische Apothekerzeitung 2002;56;14:679
  3. Derma Membran Struktur®: Fortschritt im betrieblichen Hautschutz, Symposium Medical 2001;12;5:37
  4. Lautenschläger H, Kühlschmierstoffe und Hautschutz - neue Perspektiven, Mineralöltechnik 1998;5:1-16
  5. Lautenschläger, Kühlschmierstoffe - Forderungen des modernen Hautschutzes, Mineralöltechnik 1996;6:1-19
  6. dermaviduals®-Hautschutzplan 2013:1-3 (für Betriebe)
  7. Lautenschläger H, Liposomes, Handbook of Cosmetic Science and Technology (Barel AO, Paye M and Maibach HI), CRC Press Taylor & Francis Group, Boca Raton 2006:155-163
  8. Lautenschläger H, Albrecht M, Bohn M, Weisser M, Hautschutzpräparate zur Prävention von Hautschäden, DE 19857490 (14.12.98) (Lautenschläger, Kuhs GmbH)
  9. Lautenschläger H, Angewandte Korneotherapie in der Hautpflege - ein Leitfaden für die Anti-Aging-Behandlung, Ästhetische Dermatologie (mdm) 2007;3:8-16
  10. Lautenschläger H, Dem Juckreiz den Kampf ansagen, LiBK - Lehrer im Berufsfeld Hautpflege 2012;4:10-11
  11. Neues Rezeptur-Formularium (NRF): Kosmetika-Herstellung in der Apotheke, Govi-Verlag, 2010:1-3
  12. CPNP-Portal, http://ec.europa.eu/consumers/sectors/cosmetics/cpnp/index_en.htm
  13. Leitlinien zur Einhaltung der Verordnung 1223/2009 über kosmetische Mittel, Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW), Stand: 9.8.2012 (www.ikw.org)
  14. Valenta C, Salbengrundlagen; ÖAZ 2005;16:770-773
  15. Valenta C, Stabilität: Cyproteronacetat in magistralen Zubereitungen, ÖAZ 2002;56:676-678
  16. Wolf G, Höger PH, Dermatologische Basistherapie mit hypoallergenen und noxenfreien Externa im Kindesalter, JDDG 2009;7:50-60
  17. Apothekenbetriebsordnung, Pharmazeutische Zeitung 2012;12;Supplement:1-54
  18. Zipp S, Wareneingangskontrolle von Wirk- und Hilfsstoffen mit dem Fokus auf GMP und regulatorische Anforderungen, Pharm. Ind. 2012;74;4:547-555
  19. Lautenschläger H, Synergien nutzen - Wie Wirkstoffe und Cremebasen Kosmetik und Pharmazie verbinden, Kosmetische Praxis 2010;3:10-12
  20. Lautenschläger H, Übersicht: Behandlung von Problemhäuten, Kosmetik International 2012;8:16-18
  21. Lautenschläger H, Grenzgänger - Kosmetische Pflege auf den Punkt gebracht, Beauty Forum 2010;8:27-29
  22. Lautenschläger H, Gegenüberstellung - kosmetische und pharmazeutische Wirkstoffe, Kosmetik International 2010;10:32-36
  23. Lautenschläger H, Freisetzung und Bioverfügbarkeit - eine Übersicht; Kosmetik & Pflege 2013;1:36-37 (wird fortgesetzt)
  24. Lautenschläger H, Nervensache - erwünschte und unerwünschte Effekte, Kosmetik International 2013;2:40-42
  25. Lautenschläger H, Korneotherapie - Bindeglied zwischen Dermatologie und Kosmetik (ISBN 978-3-00-035755-8), 2011:269-270
  26. 2nd Symposium on Corneotherapy, Langenfeld, 10.-12.5.2013 (www.dermaviduals.de)

Dr. Hans Lautenschläger

 
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Revision: 31.05.2014