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Was hat das Thema Mikroplastik mit Kosmetika zu tun?
 

Unter Mikroplastik versteht man feste Kunststoff-Partikel, die kleiner als 5 Millimeter sind. Von Bedeutung sind sehr schwer abbaubare Kunststoffe wie:
  • Polyethylen (PE)
  • Polypropylen (PP)

Sie werden immer mehr zu einem Problem in Seen, Meeren und Ozeanen, da sie durch Kleinstorganismen, Fische und Vögel in die Nahrungskette gelangen und dort Störungen verursachen.

Die PE- und PP-Reibekörper in Zahnpasten und Peelings sind Beispiele für Mikroplastik in Hygiene- und Kosmetik-Artikeln. Feste Kunststoffpartikel sind, wenn sie in die Umwelt gelangen, aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Oberfläche durch atmosphärische Einflüsse wie UV-Strahlung, Luftsauerstoff, Temperatur, mechanische Kräfte und Mikroorganismen nur schwer angreifbar. Außerdem adsorbieren sie wie ein Mikrofasertuch auf ihrer Oberfläche organische Substanzen, bei denen es sich häufig um Schadstoffe wie Verbindungen aus dem Erdöl und lipophile Pestizide handelt.

Kunststoffe allgemein und Mikroplastik im Besonderen bestehen aus sogenannten Polymeren, d. h. aus der Aneinanderreihung und Vernetzung (Crosspolymere) ein und derselben Grundsubstanz (Monomer). Die Polymere PE und PP werden synthetisch aus den Monomeren Ethylen und Propylen hergestellt. Copolymere bestehen aus Polymeren mehrerer, unterschiedlicher Monomere.

Es gibt aber nicht nur künstliche, synthetische Polymere. Auch die Natur produziert Polymere in Form von Stärke, Cellulose, Lignin und Harzen (Bernstein!). Das bekanntlich sehr widerstandsfähige Holz besteht sinngemäß aus natürlichen Copolymeren und wird daher nur sehr langsam abgebaut. Die Torfvorkommen sind ein Beispiel für die Deponien der Natur.

Neben festen, unlöslichen Polymeren (Kunststoffen) gibt es wasserlösliche Polymere, die in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie eingesetzt werden. Beispiele sind

  • Xanthan
  • Hyaluronsäure
  • Carbomere (Polyacrylate)
  • Polyethylenglykole (PEG, Macrogole)
  • Carboxymethylcellulose (CMC)

Sie finden als Konsistenzgeber (Verdicker), offenporige Filmbildner, kosmetische (Hyaluronsäure) und pharmazeutische Wirkstoffe (Macrogole) Verwendung.

Naturgemäß werden auch diese Polymere langsamer abgebaut als die zugrundeliegenden Monomere. Durch ihre in Wasser gelöste hydrophile Form unterscheiden sie sich aber grundlegend von festem, lipophilem Mikroplastik. Daher werden sie auch ungleich schneller durch Mikroorganismen und andere Einflüsse zersetzt als feste Mikroplastik-Kügelchen und es findet keine Schadstoff-Adsorption statt.

Bei der gerechtfertigten Diskussion um festes Mikroplastik sind wasserlösliche Polymere differenziert zu betrachten.

 

Dr. Hans Lautenschläger


Bitte beachten Sie: Der vorliegende Beitrag stellt den Wissensstand zum Zeitpunkt des Revisionsdatums dar.

 
 
 
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Revision: 12.02.2017