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Können Nanodispersionen die Haut austrocknen?
 

Nanodispersionen sind eine Domäne der Cosmeceuticals1 und können feste oder flüssige Nanopartikel enthalten.

Feste Nanopartikel kommen in vielen Varianten vor:

  • Nanokristalle aus schwerlöslichen und hoch schmelzenden organischen Substanzen wie Boswelliasäuren (Weihrauch), Phytosterinen, Ceramiden, Flavonen und deren Glycosiden (z. B. Rutin)
  • Lipid-Nanopartikel aus Wachsen, Poly-alpha-Olefinen und anderen Kohlenwasserstoffen. Sie fließen auf der Haut zu okklusiven Filmen zusammen, aus denen fettlösliche Wirkstoffe wie etwa Coenzym Q10 freigesetzt werden.
  • Polymer-Kügelchen aus Polyamiden, Polypeptiden oder Polysacchariden mit eingebetteten, meist pharmazeutischen Wirkstoffen
  • Silica-Nanopartikel (Kieselsäure), die in ihren Poren amorphe Wirkstoffe und Pigmente aufnehmen und stabilisieren
  • Anorganische Stoffe wie Titandioxid, Zinkoxid und Kohlenstoff ("Carbonblack") für den Sonnenschutz oder die dekorative Kosmetik
  • Nanosilber

Flüssige Nanopartikel auf Phosphatidylcholin-Basis sind biologisch abbaubar und penetrieren nicht als intakte Partikel, sondern in Form der molekularen Einzelkomponenten in die Haut. Zu ihnen gehören:

  • Nanopartikel mit fettlöslichen Wirkstoffen wie Vitaminen, Coenzym Q10 , Flavonen, Ceramiden, Saponinen, Pflanzenölen mit essenziellen Fettsäuren (Omega-3, Omega-6) und Boswelliasäuren (Weihrauch)
  • Liposomen mit wasserlöslichen Vitaminen, Antioxidantien, Moisturizern, Isoflavonen, Falten-Relaxantien, Tyrosinasehemmern und generell polaren Wirkstoffen
Mit Ausnahme der biologisch abbaubaren flüssigen Nanopartikel müssen alle Nanopartikel, die kleiner als 100 Nanometer (nm) sind, als Nanomaterial gekennzeichnet werden.

Häufig wird den Alkoholanteilen nanodisperser Seren und Wirkstoffkonzentrate eine austrocknende Wirkung unterstellt. Da die Konzentrationen niedrig und die Verdunstungsrate hoch sind, spielt Alkohol jedoch keine Rolle. Seine Anwesenheit erspart allerdings allergene Konservierungsstoffe.

Auswascheffekte entstehen dagegen durch tensidische Komponenten, die zusammen mit Nanokristallen verwendet werden. In der INCI erkennt man sie z. B. an den Bezeichnungen Polysorbate 20, Polysorbate 80, Caprylyl/Capryl Glucoside, Coco-Glucoside, Lauryl Glucoside und Decyl Glucoside. Es handelt sich dabei um Polyethylenglykole (PEG) und Zuckertenside, die auch Bestandteil von Reinigungsgelen ("Rinse-off-Präparate") sind.

Unter einem Auswascheffekt versteht man das Auslaugen der Haut durch Emulgatoren oder Tenside, die in Hautpflegeprodukten ("Leave-on-Präparate") enthalten sind. Die in der Haut nicht abgebauten oberflächenaktiven Verbindungen werden bei der Reinigung aktiviert und führen dabei von innen heraus zum Verlust hauteigener Barrierestoffe. Der transepidermale Wasserverlust erhöht sich; die Haut wird trockener.

Es gibt meist Alternativen, einen Wirkstoff in Nanodispersionen zu verarbeiten. So kann man beispielsweise aus Boswelliasäuren (Weihrauch) feste Nanokristalle2 oder flüssige Nanopartikel3,4 herstellen. Flüssige Nanopartikel erzeugen keinen Auswascheffekt und sind für trockene Haut und Problemhäute sehr gut geeignet.

Übersichten über Nanodispersionen wurde in einem dreiteiligen Seminar auf der 19. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie (GD) in Berlin am 18.3.2015 vorgestellt.5,6,7

Referenzen

  1. Lautenschläger H, Cosmeceuticals, medical Beauty Forum 2014 (4), 16-18
  2. Müller RH, Schmidt C, Trebeljahr R, Lautenschläger H und Keck CM, Boswellia smartCrystals for Dermal Application: Production and Stability, 2014 AAPS Annual Meeting and Exposition, San Diego, Poster M1078
  3. Lautenschläger H, Weihrauch - Harz mit Heilkraft, medical Beauty Forum 2015 (4), 12-16
  4. Boswelllia-Nanopartikel (dermaviduals® modular)
  5. Müller RH, Historische Entwicklung und heutiger Stand der Technik von nanodispersen Formulierungen, 19. GD-Jahrestagung, Berlin, 18.3.2015
  6. Lautenschläger H, Indikationsmäßige Anwendungen von Nanodispersionen, 19. GD-Jahrestagung, Berlin, 18.3.2015
  7. Keck CM, Galenik von Nanodispersionen und praxisrelevante gesetzliche Bestimmungen, 19. GD-Jahrestagung, Berlin, 18.3.2015

Dr. Hans Lautenschläger

Bitte beachten Sie: Der vorliegende Beitrag stellt den Wissensstand zum Zeitpunkt des Revisionsdatums dar.

 
 
 
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Revision: 17.09.2015